Jan Krauses Bruder: Ivan als sein Doppelgänger. Auswanderung, drohende Gefängnisstrafe und die abgelehnte Amnestie
Jan Kraus ist kein Einzelkind und seine Familie verbirgt Geschichten, die nur wenige Menschen kennen. Eines seiner Geschwister ist sein älterer Bruder Ivan, der einst die Tschechoslowakei verließ und viele Jahre im Ausland verbrachte, bevor er in seine Heimat zurückkehrte.
Der Abschied von zu Hause war nicht einfach
Ivan Kraus, heute Schriftsteller, Schauspieler und Puppenspieler, hatte eine schwierige Jugend. Seine Lebenspartnerin wurde die Puppenspielerin Naděžda Munzarová, mit der er seine Stieftochter Johana großzieht, die der Bruder von Jan Krause als seine eigene betrachtet. Kurz nach der sowjetischen Besatzung im Jahr 1968 ging die Familie nach Paris, wo sie legale Theaterengagements hatte, befand sich jedoch bald im Exil, da die Grenzen geschlossen wurden.
Das Leben im Ausland war nicht einfach. Die Schauspielerei im Theater reichte nicht aus, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, daher mussten Ivan und seine Familie zwischen verschiedenen Jobs wechseln – von Putzen über Malen bis hin zum Fliesenlegen. „Als wir abreisten, sagte Mama zu mir: Denk an Papa, Auschwitz. Das gab mir die Kraft, schwierige Zeiten zu überstehen“, gab Ivan Kraus in der Sendung der 13. Kammer zu.
Drohung einer Gefängnisstrafe und abgelehnte Amnestie
Die Auswanderung hatte auch rechtliche Konsequenzen. 1975 wurden Ivan und seine Frau wegen Verlassens der Republik zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt. 1988 bot ihnen der Präsident eine Amnestie an, die beide ablehnten. Sie kehrten erst nach der Samtenen Revolution 1990 in ihre Heimat zurück. „Ich glaubte nicht einmal, dass ich jemals zurückkehren würde. Ich war überrascht, dass die Tschechische Republik wieder frei war“, erinnert sich Ivan.
Familienunterstützung
Von den fünf Geschwistern wanderten vier aus, nur Jan blieb zu Hause und wurde zur Stütze seiner Eltern. „Er hat in der unerwarteten Rolle, die ihm gegeben wurde, großartige Arbeit geleistet. Er ist ein großes Plus für mich“, sagte Ivan Kraus gegenüber der Website Prima Ženy.
Enge Beziehung nach der Rückkehr
Nach ihrer Rückkehr in die Tschechische Republik pflegen die Brüder engen Kontakt. Ivan setzte seine Karriere als Puppenspieler fort und wurde auch Schriftsteller, seine Bücher wurden im Tschechischen Rundfunk gelesen. „Es spielt keine Rolle, was ein Mensch ist, aber wenn er etwas Gutes hat, mag ich ihn. Niemand ist ohne Fehler“, sagt er über die Beziehung zu seinem Bruder.
Seit 1991 veröffentlichen die Brüder gemeinsam CDs und nehmen im Prager Voila-Theater auf, wo sie aus ihren Büchern vorlesen. Neben der familiären Bindung verbindet sie auch eine berufliche und kreative Partnerschaft.
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